Dienstag, 18. Oktober 2011
Energiewende
Es ist ja irgendwo auch Rassismus zu glauben, dass Obama anders als seine Vorgänger sei... insofern kann man Obamas Streben nach den vermeintlichen Stimmen der "amerikanischen Mitte" als Kampf gegen Rassenvorurteile verbuchen. Wie lange es wohl noch dauert bis "Drill Baby Drill!" aus seinem Mund kommt.

Die Welt wird sich politisch, militärisch und wirtschaftlich von den USA lösen müssen. Eine langfristige sinnvolle Politik ist mit diesem Land schlicht nicht möglich. Wie lange wird es noch dauern bis dieser letzte unsägliche Präsident von einem neuen bekloppten getoppt wird? Europa und die BRICs Staaten müssen an einer neuen Ordnung des Zusammenlebens arbeiten, die im weiteren Verlauf der Zukunft den USA hoffentlich durch wirtschaftliche Sanktionen aufoktroyiert werden kann.

Tut mir leid ein bißchen Leid wegen der Parolen heute, ... aber so ist das mit enttäuschter Liebe.

RIP Mac Gyver

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Donnerstag, 13. Oktober 2011
Kommentar "Unsere Stromleitungen glühen"
Herr Schucht, da haben sie jetzt aber einen sehr braven Journalisten gefunden. Irgendwie kommen sie in ihrem Interview mit ihren Ansichten viel zu leicht davon.

"Ökostrom hat prinzipiell Vorfahrt im Stromnetz und verhindert so einen funktionierenden Energiemarkt."

Aber Hallo hat erneuerbare Energie Vorfahrt. Ein "funktionierender Energiemarkt" hat Jahrzehntelang verhindert, dass regenerative Energieformen ernst genommen wurden. Es gibt keinen Weg zurück in die 70er Jahre, dass können sie vergessen. Man kann durchaus über die Höhe der Subventionen diskutieren, aber nicht darüber was das Fernziel ist. Ein Abschaffen der Vorfahrt für erneuerbare Energie führt schlagartig zu noch mehr Faulheit und Investitionsunlust bei den Großkonzernen was den Umbau des Netzes anbelangt.

"Wir müssen den grünen Strom also marktfähiger machen, er muss bedarfsgerechter produziert werden."

Dieses Zitat kommt direkt aus Göbbels Schule für Rabbulistik. Mit der Vorfahrtregel ist grüner Strom bereits die Ultima Ratio der Marktfähigkeit! Dies war und ist eine politische Entscheidung wie der Energiemarkt in Zukunft auszusehen hat. Einzig die meisten konventionellen Energieformen kommen damit nicht klar, weil sie eben Grundlast erzeugen und damit selbst nicht mehr für den zukünftigen Energiemarkt taugen.

"Deswegen brauchen wir ein Konzept, wie die erneuerbaren Energien marktwirtschaftlich mit den anderen Energien zusammenarbeiten. Und wir brauchen Stromspeicher."

Dieses Konzept existiert bereits. Erneuerbare Energien haben Vorrang und die anderen Energieformen sorgen für ein stabiles Stromnetz. Wenn sie das zunehmend nicht mehr können, dann bedarf es eben eines anderen konventionellen Kraftwerksparks. Das bedeutet in meinen Augen: Abschalten von Kohlekraftwerken und mehr Gaskraftwerke die bedarfsgerechter die erneuerbaren Energien stabilisieren können. Wer mit zwei Tomaten auf den Augen in Kohlekraftwerke investiert der darf sich jetzt nicht wundern wenn die Dinger sich nicht mehr rentieren.

"In den USA dürfen Stromnetzbetreiber eine Eigenkapitalverzinsung nach Steuern von 12,6 Prozent erreichen. Die Bundesnetzagentur will dagegen die Eigenkapitalrendite nach Steuern von 7,8 Prozent auf 6,7 Prozent senken."

So sehr schön, dass sie sich beklagen. Auch sehr schön wenn sie in den USA soviel Gewinn mit miserabler Infrastruktur machen dürfen. Es war von vorneherein ein Fehler Infrastruktur zu privatisieren. Das macht einfach keinen Sinn!
Infrastruktur selbst funktioniert nicht nach den Regeln der freien Marktwirtschaft, es gibt einfach zu wenig Konkurrenz. Deswegen bedarf es ja auch dieser künstlichen Agentur "BNA" die ihnen vorschreibt wieviel Gewinn sie machen dürfen, und dass hohe Renditen zu viel Investitionen führen würden ist ja wohl eine dreiste Lüge. Sonst hätten die USA nicht laufend mit Stromausfällen zu kämpfen.

Infrastruktur (Straßen, Schienen, Stromnetze) zu pflegen und zu betreiben ist eine Aufgabe des Staates. Sie zu benutzen eine Möglichkeit für die private Marktwirtschaft. Investitionen in Infrastruktur sind nicht reine marktwirtschaftliche Überlegungen, sondern vor allem politische Entscheidungen die zukünftig die Marktwirtschaft beeinflussen.

Achja, und natürlich brauchen wir Stromspeicher. Aber die werden erst wirklich rentabel wenn man dafür wirklich Geld hinlegen kann, und das erreicht man nicht durch die Rückkehr zur konventionellen Energieversorgung.

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Montag, 10. Oktober 2011
Grund #1 Abhängigkeit
Zitat:
Alles Uran muss importiert werden.

In ganz Europa fördern nur noch Bergwerke in Tschechien und Rumänien kleinere Mengen Uran. In Deutschland wird seit 1991 praktisch kein Uran mehr gefördert, in Frankreich seit 2001.

Atomstrom ist keine »heimische« Energiequelle. Sie macht vielmehr abhängig von Rohstoffimporten und von multinationalen Konzernen: Zwei Drittel der Welt-Uranproduktion liegen in der Hand von vier großen Bergbauunternehmen.
- Quelle: gute gründe (tm)

Das ist korrekt, jedoch eigentlich kein Argument. Sollen wir auf die Verarbeitung von Aluminium verzichten nur weil es in Deutschland keine Bauxitmine gibt? Darf ein Fahrradfahrer nur noch Räder mit Stahlrahmen kaufen. Hoppla! Nein, das gibts auch nicht. Eisenerz wird auch nur noch sehr wenig in Deutschland abgebaut, dass braucht eindeutig die Waffenindustrie. Also eben Holz, voll ökologisch wiederverwertbar! Ein Mountainbike aus Eibenholz, ein spannendes Projekt wäre das allemal. Aber ob unsere Hobbysportler dies so gut fänden?

Genug der Polemik! Das Uranoxid muss halt importiert werden. Warum wird in diesem Fall eben keine besondere Abhängigkeit erzeugt?

Ich muss schon zugeben, einen Punkt hat die Propaganda eben schon. Eine einseitige Abhängigkeit von einer bestimmten Region oder Nation, wie zum Beispiel beim Erdöl (naher Osten) oder Erdgas (Russland), sorgen für hohe Preise und ein gewisses Erpressungspotential. Jedoch ist so eine Situation im Falle des Urans schlicht nicht gegeben. Weltweit fördern zehn Staaten in großem Stil Uran, diese Staaten sind über alle Kontinente verteilt und haben die verschiedensten politischen Systeme. Also keine Sorge, wenn Russland und China kein Uran mehr liefern möchten gibt es immer noch Kanada, Australien (...). Ein anderer interessanter Punkt ist auch, dass Uranerz ohne Anreicherung de fakto wertlos ist und der größte Teil der Wertschöpfung eben doch im EU-Binnenmarkt stattfindet.

Aber ich finde den guten Grund (tm) auch fehlerhaft, denn die weitere Nutzung von Kernenergie ermöglicht dass auch weiterhin aus Uranerz Energie gewonnen werden kann. Somit wird die Abhängigkeit von Erdöl, Erdgas und Kohle durch eine Diversifikation der Rohstoffquellen reduziert. Übrigens jene Rohstoffe die wirklich mit großen politischem Balast versehen sind und Abhängigkeiten erzeugen.

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